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Korrekter Zügelkontakt – Eine Idee

Zügelkontakt

Da ich ja gerne mal über den Tellerand schaue und häufig Blogs anderer Pferdemenschen durchstöbere, bin ich vor einiger Zeit bei einem Artikel gelandet, der sich mit der Frage nach korrektem Zügelkontakt befasst. Horseman Ross Jacobs bietet darin einen wie ich finde sehr empfehlenswerten gedanklichen Ansatz, den ich dir heute in eigenen Worten zusammenfassen möchte:

 

Kontakt: Kommunikation und Hilfe

 

Grundsätzlich versteht Ross Jacobs Kontakt als eine kommunikative Verbindung zwischen Pferd und Mensch, wobei die Kommunikation durch Stimme, Berührungen, Reitergewicht, Sitz, Schenkel, oder Hilfsmittel wie beispielsweise Zügel initiiert werden kann. So kann der Mensch vom Boden oder aus dem Sattel heraus dem Pferd mitteilen, was er möchte.

Dabei ist der angemessene Kontakt jedoch nicht andauernd gleichbleibend, sondern muss immer an den jeweiligen Zustand des Pferdes angepasst werden. Je nach Aufmerksamkeit und körperlicher und mentaler Verfassung des Pferdes muss der Mensch seine Form der Kommunikation und der Einwirkung immer wieder punktuell auf die Situation einrichten und erfühlen, wie er dem Pferd vermitteln kann, was es als nächstes tun soll.

Ziel und Kriterium des korrekten Kontaktes ist, dass das Pferd durch so wenig Einwirkung wie möglich, aber so viel Hilfe wie nötig vom Mensch unterstützt wird, eine gewünschte Handlung oder Reaktion auszuführen.

 

Korrekter Zügelkontakt

 

Contact is the minimum amount of feel on the reins required to evoke a change in a horse.Ross Jacobs

 

Unter korrektem Zügelkontakt versteht Ross Jacobs das Minimum an Druck oder Gefühl am Zügel, das benötigt wird, um im Pferd eine Veränderung hervorzurufen.

Aus dieser Sichtweise ergeben sich drei Konsequenzen:

1.   Der korrekte Zügelkontakt ist abhängig von der körperlichen und mentalen Verfassung des Pferdes.

Einem gut trainierten und ausgebildeten Pferd, das mental ausgeglichen ist, wird es deutlich leichter fallen, auf leichten Zügelkontakt zu reagieren als einem Pferd, das noch jung, schlecht ausgebildet oder sehr aufgebracht ist.

2. Der korrekte Zügelkontakt ist situationsspezifisch.

Die Stärke der Hilfen muss immer wieder justiert und angepasst werden. So wird bei bekannten Lektionen und Übungen meist weniger Unterstützung vom Menschen benötigt, als wenn das Pferd etwas neues lernen soll.

3. Der korrekte Zügelkontakt verfeinert sich im Verlauf der Pferdeausbildung.

Je sicherer ein Pferd darin wird, die Signale des Menschen richtig zu deuten und je weiter Pferd und Mensch in der Ausildung voranschreiten, desto leichter und feiner wird die Kommunikation am Zügel.

Bemerkenswert finde ich zusätzlich, dass mit der „Veränderung im Pferd“ eine Veränderung des Denkens des Pferdes gemeint ist. Der Zügel dient also nicht aktiv der körperlichen Veränderung des Pferdes sondern soll vom Reiter genutzt werden um dem Pferd eine Idee dafür zu vermitteln, was der Mensch von ihm möchte.

 

Fazit

 

Ich finde den gedanklichen Ansatz dieses Artikels sehr interessant, denn er ist unabhängig von der Art und Disziplin des Reitens, für die man sich entscheidet, gültig.

Trotzdem beschreibt Ross Jacobs genau, was den Zügelkontakt ausmachen sollte und worin der Sinn der Pferdeausbildung liegt.

Für ihn ist der Weg das Ziel und er stellt in seinem Artikel das ordentliche Reiten in den Fokus.

Indem er weder die Anlehnung noch die Nutzung des Zügels verurteilt, sondern jedem Reiter zugesteht, soweit benötigt den Zügel als Kommunikationsmittel einzusetzen um mit dem Pferd zusammen zu wachsen, gibt er die Richtung hin zu feinsten Hilfen zwar vor, lässt aber jedem Pferd-Reiter-Paar die Möglichkeit nach eigenem Stand des Könnens zu agieren.

Für mich als Dressurreiter ist es zwar nicht das Ziel, am losen Zügel zu reiten, aber gerade wenn man die häufigen Diskussionen um korrekte Anlehnung, zu starke Handeinwirkung und Rollkur betrachtet, kann man nicht of genug wiederholen, dass der Zügel der Kommunikation dienen soll und muss.

Gerade deshalb finde ich das Bild, dem Pferd eine Idee der nächsten Aufgabe zu geben und seine Gedanken zu ändern sehr schön, um sich eine Vorstellung davon zu machen, wie man den Kontakt zum Pferd aufbauen und nutzen sollte.

Zum Nachlesen findest du hier den Originalartikel von Ross Jacobs.

 

Was hälst du von diesen Gedanken? Lass es mich wissen und schreibe einen Kommentar!

 

Eine schöne Woche

Corinna1

 

Bildquelle: Pixabay

 

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