Die Vier Disziplinen für Pferdemenschen

Vor einiger Zeit bin ich auf meinem Lieblings-Nicht-Pferde-Blog myMonk.de auf den Beitrag „Die vier Disziplinen des Herzens“ gestoßen. Darin beschreibt Tim, wie die bewusste Ausübung dieser vier Herzensdisziplinen uns helfen kann, in unserem stressigen Alltag nicht den Kontakt zu uns selbst zu verlieren.

Da wir aber auch im Umgang und bei der Zusammenarbeit mit unseren Pferden sehr davon profitieren, in uns selbst zu ruhen und gefestigt zu sein, stelle ich euch die Disziplinen heute einmal in direktem Pferdezusammenhang vor:

 

Disziplin 1: Reflektieren

 

Unsere laute und hektische Welt stellt uns jeden Tag vor einen Berg aus Anforderungen und Aufgaben. Zusätzlich treiben uns unsere (eigenen?) Wünsche und Ziele zu weiterer Leistung an.

Passen wir nicht selbst auf uns auf und überdenken unser Handeln, landen wir schnell in unserem eigens geschaffenen Hamsterrad und laufen dem Leben hinterher.

Auch in die Pferde-  und Reiterwelt haben Stress und Leistungsdruck längst Einzug gehalten.

So können wir online auf allen Kanälen verfolgen, wie Menschen mit ihren Pferden tolle und außergewöhnliche Dinge tun.

Auch die Ansprüche und Regeln der verschiedenen Reitweisen und Ansichten konfrontieren uns ständig damit, dass es noch mehr zu erreichen gilt.

Besser sitzen, Horsemanship, Bodenarbeit, ein Pferd, das auch schwierigste Lektionen perfekt ausführt – der Anspruch wird immer höher und es wird immer schwieriger, einfach einmal Spaß an der Sache zu haben, ohne ein Ziel erreichen zu müssen.

Deshalb brauchen wir hin und wieder einen Rückzug von all den Erwartungen und Zeit, die ganze Sache einmal von außen zu betrachten.

So können wir darüber nachdenken, was wir wirklich mit unseren Pferden erreichen wollen, was uns wichtig ist und was wir nicht möchten.

Dadurch schaffen wir einen Fokus, der auf unseren eigenen Zielen liegt und uns dabei hilft, den für die Zusammenarbeit mit unserem Pferd richtigen Weg zu finden.

 

Disziplin 2: Ausruhen

 

Wir alle wissen es – Pferdemenschen sind Meister im Zeitmanagement.

Neben all den Anforderungen, die der Alltag mit Familie, Beziehung und im Job sowieso schon an uns stellt, müssen wir zusätzlich die meist zeitaufwendige Betreuung unseres vierbeinigen Partners gewährleisten.

Wir stehen früher auf, verzichten auf die Mittagspause oder hasten vom Büro direkt zum Stall – ganz zu schweigen von den logistischen und organisatorischen Meisterwerken die wir vollbringen, wenn das Pferd unerwartet krank wird oder es aus anderem Grund schnell gehen muss.

Oft bekommt dann ungewollt auch das Pferd die knappe Zeit zu spüren, denn Hektik und Stress lassen sich nicht immer vor der Stalltür abgeben, sondern potenzieren sich, wenn wir es mit unserem Vierbeiner eilig haben.

Und auch wenn wir die Selbstoptimierung perfektioniert haben, kommen wir nicht umhin, auszuruhen und uns zu entspannen, denn permanente Hektik und Eile schaden in erster Linie uns selbst und unserer Gesundheit.

Lassen wir uns aber bewusst Zeit zum Durchatmen und gönnen uns immer wieder eine Pause, können wir uns mit neuer Energie, Konzentration und Ruhe den Dingen widmen, die wir mit unseren Pferden erreichen wollen, ohne in einen Teufelskreis aus Stress und Hektik zu verfallen.

 

Disziplin 3: Erneuern

 

Wenn wir immer nur die gleichen Dinge tun, können wir auch immer nur die gleichen Ergebnisse erwarten.

Dies gilt sowohl im Alltag als auch in der Zusammenarbeit mit unseren Pferden.

Um neue Ideen zu bekommen und Erfahrung zu sammeln, müssen wir deshalb neue Dinge sehen, lesen, ausprobieren und erleben.

Oft ergeben sich ungeahnte Lösungen für Probleme, indem wir über den Tellerrand schauen, kreativ sind  und etwas Neues lernen.

 

Disziplin 4: Beziehungen

 

Wir Menschen sind von Natur aus dafür gemacht, in Gemeinschaften zu leben und Beziehungen zu anderen zu unterhalten.

Da unsere Gegenwart aber von Schnelllebigkeit geprägt ist, müssen wir uns heute bewusst dazu entscheiden, Beziehungen zu anderen zu knüpfen und uns Zeit nehmen, Freundschaften zu pflegen.

Dies gilt sowohl innerhalb der Familie und im Freundeskreis als auch in der Stallgemeinschaft.

Hier besteht durch das gemeinsame Hobby die Chance, einfach Beziehungen zu anderen aufzubauen, die Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen und sich in einer Gemeinschaft zu engagieren.

So entsteht über die Zeit ein soziales Netz, dass in guten Zeiten an unserer Freude teilhaben kann und uns in schlechten Zeit unterstützt und auffängt.

 

 

Wann solltest du dir die vier Disziplinen zu Herzen nehmen?

 

Stelle dir selbst einmal ehrlich die folgenden Fragen und überlege dir, wie es um dich und deine Ausgeglichenheit in Punkto Pferd bestellt ist:

Wann hast du dir zum letzten Mal überlegt, was du mit deinem Pferd tun und erreichen möchtest?

Wann hast du zum letzten Mal etwas mit deinem Pferd unternommen, um einfach nur die gemeinsame Zeit zu genießen und Spaß zu haben?

Wann hast du zum letzten Mal einfach nur dein Pferd besucht und Zeit am Stall mit Nichtstun vertrödelt oder bei deinem Pferd in der Wiese gesessen?

Wann hast du zuletzt etwas Neues mit deinem Pferd ausprobiert?

Wann hast du zuletzt etwas getan um deinen Horizont zu erweitern?

Wann hast du zum letzten Mal einfach die nette Stallgemeinschaft genossen oder dich engagiert?

 

Wenn du die meisten dieser Fragen mit „kann mich nicht mehr erinnern“ beantwortest, dann solltest du etwas Zeit einräumen und dich ein wenig mit den vier Disziplinen befassen.

Befasst du dich sogar regelmäßiger mit ihnen, wirst du mit der Zeit feststellen, dass sich auf viele Dinge ein völlig anderer Blickwinkel ergibt und du die Zeit mit deinem Pferd viel mehr genießt.

 

Ich wünsche dir eine schöne Woche und viel Spaß mit deinem Pferd!

 

Corinna1

 

P.S.: Den Original Blogpost von Tim findest du übrigens hier.

Bildquelle: Pixabay

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