Reitunterricht

Egal ob du dich für die klassische Dressur oder Springen entscheidest, dich mit Gangpferden befasst, Western- oder Wanderreiten möchtest, dein Pferd mit oder ohne Gebiss reitest, wenn du dich und die Zusammenarbeit mit deinem Pferd verbessern möchtest, kommst du ohne jemanden, der dir hilft, meist nicht weiter. Hast du im Familien- oder Freundeskreis niemanden, der dich kompetent unterstützen kann, solltest du dir deshalb Rat bei einem Reitlehrer suchen.

Leider ist es garnicht so einfach, einen geeigneten Trainer zu finden, denn das Angebot aus den unterschiedlichsten Reitweisen, Konzepten und Unterrichtsmethoden wächst beinahe von Tag zu Tag.

 

Was guten Reitunterricht ausmacht

 

Die Qualität des Reitunterrichts hängt reitweisenübergreifend entscheidend von den fachlichen, menschlichen und pädagogischen Kompetenzen des Reitlehrers ab.

Er muss über ausreichend Fachwissen verfügen, in der Lage sein, dein Pferd und dich bezüglich eures Ausbildungsstandes richtig einzuschätzen und über die Fähigkeit verfügen, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären.

Grundsätzlich kann man sagen:

Guter Reitunterricht bringt Pferd und Reiter in ihrer gemeinsamen Entwicklung Schritt für Schritt voran.

Im Idealfall bietet dir der Reitlehrer deiner Wahl also einen individuell auf dich und dein Pferd abgestimmten Unterricht, der dich deinen Zielen näher bringt.

„Soweit – so klar“, wirst du dir sagen, aber wie findest du jetzt den passenden Reitlehrer?

 

Wie du den passenden Reitlehrer suchst – und auch findest

 

Die Vorauswahl

 

Zu Beginn solltest du dir unvoreingenommen eine Liste mit möglichen Trainern machen.

So findest du mögliche Anbieter:

  • Lasse dir von befreundeten Reitern, deren Reitweise dir gefällt, ihren Reitlehrer empfehlen.
  • Besuche einige Reitanlagen in deiner Umgebung und erkundige dich nach Unterrichtsangeboten und Kursen.
  • Besuche die Website deines Reitverbandes und schaue dir die Auflistung der Trainer in deiner Nähe an.
  • Durchstöbere das Internet nach Anbietern von mobilem Reitunterricht und Seminaren.

Je nach Einzugsgebiet erhälst du so eine mehr oder weniger große Liste an Anbietern, aus denen du diejeniegen aussortieren kannst, die von vorneherein nicht zu deiner Vorstellung von gutem Reitunterricht passen.

Anschießend machst du dir ein Bild von den  Reitlehrern, die es in die engere Wahl geschafft haben.

 

So beurteilst du, ob ein Reitlehrer für dich und dein Pferd in Frage kommt:

  • Sprich mit dem Reitlehrer.
    • Lass dir von Ihm erzählen, was ihm am Reiten und am Reitunterricht wichtig ist.
    • Erzähle ihm vom aktuellen Stand deines Könnens und von deinen Zielen.
    • Erzähle ihm auch von eventuellen Problemen deines Pferdes. Klärt gemeinsam ab, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.

In solchen Gesprächen stellst du außerdem schnell fest, ob die zwischenmenschliche Chemie passt.

  • Schau dir eine Unterrichtsstunde des Trainers an und achte dabei darauf, wie er mit dem Reitschüler interagiert.
    • Konzentriert er sich ganz auf den Unterricht?
    • Geht er auf das Pferd-Reiter-Paar individuell mit Korrekturen und Erklärungen ein?
    • Sind die Anweisungen gut verständlich?
    • Sind Pferd und Reiter gefordert aber nicht überfordert?
    • Haben sich Pferd und Reiter im Unterricht verbessert?
    • Ist der Unterricht abwechslungsreich? Ist das Pferd zufrieden?
  • Sprich nach dem Unterricht mit einem der Reitschüler und frage ihn nach seinen Erfahrungen.
  • Schau dem Reitlehrer wenn möglich beim Umgang mit den Pferden und beim Reiten zu und verschaffe dir ein Bild davon, wie er selbst die Pferde behandelt und mit ihnen umgeht.

 

Die Probereitstunde

 

Nachdem du deine Favoriten ausgewählt hast, vereinbare eine Probereitstunde. Frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ wirst du so schnell feststellen, ob deine Reitlehrerauswahl die richtige ist.

Zur besseren Einschätzung kannst du dir selbst diese Fragen beantworten:

  • Besprecht ihr zu Beginn kurz das Ziel des Unterrichts?
  • Nimmt sich der Reitlehrer etwas Zeit, deinen aktuellen Ausbildungsstand und den deines Pferdes zu beurteilen?
  • Wie ist der Unterricht aufgebaut?
  • Wird auf eine ausreichende Lösungsphase geachtet?
  • Gibt es zwischendurch kurze Verschnaufpausen?
  • Werden größere Ziele in kleinen Schritten von leicht zu schwer erarbeitet?
  • Wird das Lernziel angepasst, wenn unvorhergesehene Schwierigkeiten auftreten?
  • Werden dein Pferd und du gefordert aber nicht überfordert?
  • Fühlen dein Pferd und du dich wohl?
  • Ist der Reitlehrer in der Lage, Anweisungen, Korrekturen und Erklärungen so zu vermitteln, dass du Sie umsetzten kannst?
  • Wird bei gelungener Ausführung einer Übung gelobt?
  • Geht der Reitlehrer auf deine Fragen und Wünsche ein?
  • Gibt es eine kurze Nachbesprechung des Unterrichts mit eventueller „Hausaufgabe“?
  • Liegen Reitlehrer, dein Pferd und du auf einer Wellenlänge?

 

Wenn das Gefühl stimmt – oder eben nicht

 

Meist stellst du schon nach der ersten Unterrichtsstunde fest, ob du mit deiner Reitlehrerauswahl einen Treffer gelandet hast.

Neben der objetiven Bewertung des Unterrichts solltest du dabei zusätzlich auf dein Bauchgefühl hören.

Neben den fachlichen Kompetenzen ist es wichtig, dass der Trainer auch zu dir und deinem Pferd passt, denn er soll ja über längere Zeit hinweg mit euch zusammenarbeiten und euch helfen, eure Ziele zu erreichen.

Solltest du also im Unterricht merken, dass du bei deiner Auswahl daneben liegst, scheu dich nicht, den Unterricht eines anderen Trainers auszuprobieren.

Du solltest dir aber auch in Erinnerung rufen, dass es den perfekten Reitlehrer nicht gibt.

Wenn du dir sicher bist, dass der Trainer über das Fachwissen verfügt, welches dich weiterbringt und stimmt an sich auch die zwischenmenschliche Komponente, so kann es sich lohnen deine Wünsche und Probleme bezüglich des Reitunterrichts anzusprechen und eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen.

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Welche Kriterien sind dir bei der Auswahl des Reitlehrers besonders wichtig?

Was macht für dich guten Reitunterricht aus?

 
Bildquelle: Pixabay

 

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