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Wie man sein Pferd für sich gewinnt – Tipps aus dem Jahr 1936

In den letzten Tagen bin ich beim Stöbern durch die Pferdeblogwelt immer wieder auf das Thema „Viele Pferde erdulden und ertragen ihr Leben lediglich, ohne aktiv mit dem Menschen zusammenzuarbeiten und sich einzubringen“ gestoßen.

Besonders Miri, Alessa und Nadja beschreiben dabei in ihren Beiträgen auf sehr persönliche Art, wie sie für ihre Pferde Wege aus dieser Passivitätsfalle heraus finden und echtes Interesse ihrer Pferde für die Zusammenarbeit gewinnen.

Mir kam in diesem Zusammenhang ein Buch wieder in den Sinn, das auf den ersten Blick mit dem Thema Pferd garnichts zu tun hat. Es heißt „Wie man Freunde gewinnt“  von Dale Carnegie.

Als Pionier in Sachen Persönlichkeitsentwicklung beschreibt der amerikanische Autor darin in anschaulichen Erzählungen, wie man persönliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen schafft und sie in Freundschaft an sich bindet.

Die vier Teile des Buches befassen sich im einzelnen damit, wie man grundsätzlich mit Menschen umgehen sollte, wie man Menschen dazu bringt, einen zu mögen, wie man Menschen für seine eigenen Ideen begeistert und wie man Menschen führt, ohne sie zu bevormunden.

Obwohl die Erstausgabe bereits einige Jahrzehnte zurückliegt (1936) und das Buch zurecht als Klassiker gefeiert wird, ist es nach wie vor wunderbar aktuell.

Das liegt wie ich finde vor allem an der Grundausrichtung des Buches. Es hält den Leser dazu an, sich den Respekt und die Anerkennung Anderer zu verdienen, indem man ihnen individuelle Beachtung schenkt und sie in ihrer Eigenständigkeit anerkennt.

Weil ich diese Sichtweise auch in der Zusammenarbeit mit den Pferden als erstrebenswert und wichtig erachte, habe ich auf Grundlage der Originalzusammenfassung des Buches vom Autor selbst und deren Übersetzung ins Deutsche von Tim auf seinem genialen Blog MyMonk die Kernaussagen dieses Buches für dich ein klein wenig an des Thema Pferde angepasst:

 

Hier also, wie Du dein Pferd für dich gewinnst:

 

Grundsätzliches zum Umgang mit deinem Pferd

 

  1. Kritisiere dein Pferd nicht, verurteile dein Pferd nicht, beschwere Dich nicht über dein Pferd.
  2. Verteile ehrliche und aufrichtige Anerkennung an dein Pferd.
  3. Erwecke in deinem Pferd eine erwartungsvolle Neugierde.

Sechs Wege, von deinem Pferd gemocht zu werden

 

  1. Entwickle ein ernsthaftes und reelles Interesse an deinem Pferd und kenne seine Bedürfnisse.
  2. Lächle und sei freundlich gestimmt.
  3. Sei dir dem Eigeninteresse deines Pferdes bewusst und respektiere es.
  4. Sei ein guter Zuhörer. Ermutige dein Pferd, über sich „zu sprechen“ und sich darzustellen.
  5. Sprich in „Worten“ (Gesten), die dein Pferd versteht.
  6. Sorge dafür, dass sich dein Pferd bedeutend und wertgeschätz fühlt – und meine es auch so.

Dein Pferd für deine Ansichten gewinnen

 

  1. Das Beste, was Du mit einem Streit tun kannst: vermeide ihn.
  2. Respektiere die Meinung deines Pferdes. Sag nie: „Das stimmt nicht.“
  3. Wenn Du falsch liegst, gib es schnell und auf empathische Weise zu.
  4. Beginne immer verständnisvoll und entgegenkommend.
  5. Lass dein Pferd möglichst schnell „ja, genau!“ sagen.
  6. Lass dein Pferd die meiste Zeit „sprechen“.
  7. Gib deinem Pferd das Gefühl, dass die Idee von ihm ist.
  8. Versuche immer, die Situation aus Sicht deines Pferdes zu sehen.
  9. Sei den Emotionen und Bedürfnissen deines Pferdes zugewandt.
  10. Gehe auf die Motive und Beweggründe deines Pferdes ein und lasse seine Handlungen zu.
  11. Kommuniziere Deine Ideen lebendig und anschaulich. Zeige deinem Pferd, wie erstrebenswert sie sind.
  12. Eröffne deinem Pferd Möglichkeiten und fordere es auch mal heraus.

Dein Pferd führen (ohne es zu bedrängen oder zu verstimmen)

 

  1. Beginne immer mit aufrichtiger Wertschätzung und Lob.
  2. Mach dein Pferd indirekt auf seinen Fehler aufmerksam.
  3. Mach dir deine eigenen Fehler bewusst, bevor Du über die Fehler deines Pferdes sprichst. Beginne die Korrektur bei dir selbst.
  4. Stelle Fragen statt Anweisungen zu geben.
  5. Lass dein Pferd sein Gesicht wahren.
  6. Lass dein Pferd ausprobieren und lobe schon die kleinsten Fortschritte.
  7. Verschaffe deinem Pferd ein Ansehen, dem es gern gerecht werden will.
  8. Ermutige und unterstütze dein Pferd. Lass es einfach sein, einen Fehler zu korrigieren.
  9. Sorge dafür, dass dein Pferd zufrieden dabei ist, das Richtige zu tun.

 

Wenn wir uns diese (zugegebenermaßen ganz schön lange) Liste zu Herzen nehmen und uns auch ehrlich einmal überlegen wie unsere Pferde die Zeit mit uns erleben, können wir entscheidend dazu beitragen, das Interesse und die Eigeninitiative unserer Pferde zu erhalten und ihre Motivation zur Zusammenarbeit mit uns fördern.

 

Ich wünsche Dir eine schöne Woche und viel Spaß beim Freunde Gewinnen 😉

 

Corinna1

 

 

 

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