Dressurreiter auf dem Abreiteplatz

Mit dieser provokanten Fragestellung bewege ich mich heute auf den ersten Blick bewusst genau zwischen die Fronten des vor allem im Internet ständig tobenden Krieges zwischen begeisterten Fans und erbitterten Gegnern.

In nicht enden wollenden Wortgefechten gespickt mit Videos und Bildern führen sie einen verbissenen Streit darum, wer denn nun Recht hat.

 

Der falsche Blickwinkel

 

Meiner Meinung nach wird diese Diskussion jedoch aus einem völlig falschen Blickwinkel geführt. Aus meiner Sicht steht hinter diesem öffentlich geführten Streit um das Dressurreiten eigentlich die Frage, was man einem Pferd leistungsmäßig körperlich und seelisch abverlangen darf, um seine eigenen Bedürfnisse und Ansprüche, die man an das Pferd stellt, zu befriedigen.

Dies ist natürlich neben der artgerechten Haltung und Pflege die aus tierschutzrechtlicher Betrachtungsweise relevanteste Fragestellung überhaupt wenn es um das Thema Pferde (-sport) geht.

Leider impliziert die Diskussion aber auch eine Erhöhung des Dressurreitens zum Selbstzweck: Dressurreiten um des Dressurreiten Willens, Perfektion der Lektionen als oberstes Ziel. Bei dieser Betrachtungsweise ist das Pferd nur für die Dressur da und lediglich Mittel zum Zweck dafür, dass der Mensch den Reitsport ausüben kann.

 

Ein Plädoyer für die Dressur

 

Der ursprüngliche Gedanke der Dressur ist jedoch folgender: Die Dressur ist für das Pferd da.

Warum?

  • Pferde sind von Natur aus schief.
  • Pferde bevorzugen von Natur aus eine Hand.
  • Pferde können von Natur aus nur geradeaus laufen.
  • Pferde haben natürlicherweise durch den Kopf- Hals-Bereich eine größere Last auf der Vorhand.
  • Pferde wissen von Natur aus nicht, wie sie das Reitergewicht bestmöglich und unbeschadet tragen können.

 

Damit können sie gut leben … – bis wir uns auf ihren Rücken setzen.

Dann müssen wir – wenn wir verantwortungsbewusst mit unseren Vierbeinern umgehen möchten- unser Pferd psychisch und physisch in die Lage versetzen, unser Reitergewicht gesund zu tragen.

Das erfordert ein gutes und durchdachtes Training und systematische Ausbildung, eine solide Gymnsatizierung oder anders formuliert: Dressur.

 

Fitness fürs Pferd

 

Denn grundsätzlich bedeutet Dressurreiten nichts anderes, als auf deinem Pferd sitzend mit ihm ein Fitnessprogramm zu absolvieren, dass es dem Tier ermöglicht, Kraft, Koordination und Körpergefühl aufzubauen und gesunde Bewegungsmuster zu erlernen. So ermöglicht du deinem Pferd, das Reitergewicht unbeschadet zu tragen.

Die einzelnen Dressurlektionen sind dabei als Übungen zu sehen, die unterschiedliche Wirkungen haben wie zum Beispiel Dehnung der Muskulatur, Geraderichtung oder Kraftaufbau. Der Schwierigkeitsgrad reicht von „leicht und für Anfänger geeignet“ bis hin zu sehr schweren Übungen für Pferde die bereits über viel Rittigkeit und ein gutes Körpergefühl verfügen.

Durch Auswahl von geeigneten Lektionen angepasst an die körperliche Verfassung deines Pferdes kannst du dessen Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer Stück für Stück verbessern und ihm helfen, die Herausforderung, dich zu tragen, immer leichter zu meistern.

Übrigens lassen sich viele der Lektionen auch vom Boden aus mit deinem Pferd erarbeiten, was deinem Pferd das Erlernen deutlich vereinfachen kann.

 

Fazit

 

Man sollte Dressurreiten und Dressursport nicht gleichsetzen. Zwar sind die Lektionen, von denen die Rede ist, die gleichen, aber die Beurteilung dessen, was geschieht, erfolgt aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Bei der Ausbildung des Pferdes werden die Lektionen danach beurteilt, welchen gymnastizierenden Wert sie für das Pferd haben, im Sport wird alleine ihre Ausführung bewertet.

Für mich selbst liegt der Fokus auf der soliden Ausbildung des Pferdes als Teampartner.  Zwar bin ich auch nicht völlig abgeneigt, ein Pferd, das seine Übungen gut beherrscht, auf einem Turnier vorzustellen oder mir ein solches Pferd in einer Prüfung anzusehen allerdings sollte der Sport nie zum Selbstzweck werden sondern das Ergebnis einer guten Basisarbeit und einer reellen Pferdeausbildung sein.

 

Ankündigung:

 

In Kürze werde ich dir unter der Rubrik Training immer wieder einzelne Übungen vorstellen, erklären, was sie bewirken und wie du sie deinem Pferd beibringst.

 

Was denkst du zum Thema Dressur? Wie arbeitest du mit deinem Pferd? Lass es mich wissen!

 

Halte dein Pferd fit und habe Spaß an der Zusammenarbeit mir ihm.

Eine schöne Woche

Corinna1

 

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